The Shroud 2026
Die Installation funktioniert als digitale Experience zusammen mit einem physischen Buch und wird über ein XR-Gerät erfahrbar. Wahrnehmung, Gedanken und Emotionen sind ein wesentlicher Teil der Inszenierung. In ihrem Zentrum steht Seraina, eine Heldin, die um ihr verstorbenes Kind trauert.
Doch mit ihrem Schicksal geht es um mehr: um die Frage, welchen Platz und welche Bedeutung bestimmten Emotionen, Reaktionen und inneren Prozessen zugeschrieben wird. The Shroud handelt von Trauer – nicht als Problem, das gelöst werden muss, sondern als etwas, das vielleicht zu oft und zu schnell verdrängt wird. Trauer wird damit schon fast zur grossen Abwesenden – verhüllt hinter einem bunten und doch unheimlichen Schleier.
Serainas Schicksal präsentiert sich so auch als Allegorie für Verhältnisse, Ausschlüsse und Machtfragen im Zusammenhang mit epistemischer Ungerechtigkeit. Trauer wird hier zur Blaupause für ein Stimmungsbild der Zeit. Auch KI erhält ihren Auftritt als diskutable – oder doch nur unheimliche? – Trauerbegleiterin.