Herausforderungen bei der Finanzierung
Der slowUp Bodensee wurde bisher durch nationale und regionale Sponsoren sowie durch öffentliche Beiträge und Unterstützungsleistungen finanziert. Schwankungen zwischen den Jahren wurden mit Eigenkapital ausgeglichen. Seit 2023 sind die Sponsoringerträge jedoch stark rückläufig, per laufendem Jahr sollen zusätzlich Leistungen des Kantons Thurgau gestrichen oder neu vollständig verrechnet werden. Dadurch entsteht eine Finanzierungslücke von rund 50'000 Franken, was mehr als ein Drittel des jährlichen Veranstaltungsbudgets ausmacht.

Massnahmen zur Rettung des slowUp Bodensee
Um die Durchführung des slowUp Bodensee weiterhin zu ermöglichen, wurden bereits umfangreiche Sparmassnahmen umgesetzt oder sind in Vorbereitung, darunter der Verzicht auf Teile des Rahmenprogramms sowie Einschränkungen bei der Kommunikation. Darüber hinaus wurden neue Finanzierungsansätze eingeführt:

  • Verkauf der slowUp-Vignette: Als freiwilliger Teilnahmebeitrag wird die slowUp-Vignette für 5 Franken verkauft. Mit dem Erwerb setzen Teilnehmer ein Zeichen für die Zukunft des Anlasses. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Kampagne, mit der die Vignette bereits jetzt gekauft werden kann, um die Veranstaltung zu unterstützen;
  • Teilnahmebeiträge von Festwirtschaften und Standbetreibern: Ein angemessener Beitrag soll zur finanziellen Sicherung beitragen;
  • Neue öffentliche Beiträge: Die Mitgliedsgemeinden wurden um eine jährliche Unterstützung angefragt, um eine langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten.

Entscheidung über die Zukunft im Juni
Die kommende Durchführung des slowUp am 31. August 2025 soll aus heutiger Sicht stattfinden. Jedoch wird der Trägerverein an seiner Generalversammlung am 12. Juni 2025 entscheiden müssen, ob eine Fortsetzung im Jahr 2026 möglich ist. Grundlage für diese Entscheidung sind die finanziellen Zusagen der Gemeinden, der Erfolg der Crowdfunding-Kampagne sowie die Akzeptanz der Teilnahmegebühren bei Festwirtschaften und Standbetreibern.

Ein Aufruf an die Bevölkerung
Der slowUp Bodensee steht für Bewegung, Gesundheit, nachhaltigen Tourismus und regionale Kulinarik. Damit dieser beliebte Anlass weiterhin stattfinden kann, sind freiwillige Unterstützungen notwendig. Die Bevölkerung kann jetzt mit dem Kauf einer slowUp-Vignette, mit der die Veranstaltung freiwillig unterstützt werden kann, ein wichtiges Zeichen setzen. Die Vignette und weitere Leistungen sind im lancierten Crowdfunding, das bis 20. Mai 2025 laufen wird, erhältlich.

Weitere Informationen zum Crowdfunding finden sich unter:
www.lokalhelden.ch/save-the-slowup-bodensee

Weitere Informationen:

  • Medienkonferenz durch den Vorstand des Trägervereins
    • Freitag, 4. April 2025, 10:00 - 11:30 Uhr
    • Sitzungszimmer, Schweizerische Bodenseeschifffahrt, Friedrichshafnerstrasse 55, Romanshorn
    • Anmeldung per E-Mail an bodensee-schweiz@slowup.ch (Geschäftsstelle)

 

  • Fragen und Antworten (Q&A)

Was ist der slowUp Bodensee und seit wann gibt es die Veranstaltung?

Seit 2002 gibt es den slowUp Bodensee. Jeweils am letzten Sonntag im August wird die über 40 Kilometer lange Strecke am Bodensee für den motorisierten Verkehr gesperrt. Von 10 bis 17 Uhr geniessen Velofahrer und Inline-Skater die autofreie Route durch St. Galler Gemeinden und den Oberthurgau. Entlang der Strecke gibt es Festwirtschaften, kulturelle Attraktionen und Unterhaltung. Bei trockenem Wetter nutzen bis zu 40'000 Teilnehmende die Hauptstrassen einen Tag lang unmotorisiert. Der slowUp fördert Bewegung, Gesundheit, nachhaltigen Tourismus und regionale Kulinarik.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Gibt es weitere slowUp-Veranstaltungen in der Schweiz?

Der slowUp Bodensee ist Teil einer nationalen Veranstaltungsreihe, die von Gesundheitsförderung Schweiz, SchweizMobil und Schweiz Tourismus getragen wird. Es finden jedes Jahr knapp 20 slowUp-Veranstaltungen in der ganzen Schweiz statt.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Wie ist der slowUp organisiert?

Der slowUp Bodensee ist als Verein organisiert. Die Mitglieder sind die zehn Städte und Gemein-den, durch die der slowUp-Rundkurs führt, sowie Fachstellen der Kantone Thurgau und St. Gallen und die Regionalbahn Thurbo als Vertreterin des öffentlichen Verkehrs.
Zu den Aufgaben des Trägervereins zählen die übergeordnete Organisation des slowUp (regionale Ebene), die Bereitstellung der Strecke, die Koordination aller beteiligten Akteure, Kommunikation und Medienarbeit sowie weitere Aufgaben. Diese Aufgaben werden von der Geschäftsstelle, für die derzeit Thurgau Tourismus mandatiert ist, wahrgenommen.
Jede Gemeinde stellt zudem ein lokales Organisationskomitee. Dessen Aufgabe ist im Wesentlichen die Organisation der lokalen Festplätze. Weiter unterstützen die Gemeinden die Veranstaltung bei der Logistik, der Streckensicherung und bei der Verkehrsregelung.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Welche Wertschöpfung erzeugt der slowUp?

Gemäss einer aktuellen Erhebung der Polyquest AG, Bern, betragen die Gesamtausgaben bei einer Teilnahme am slowUp Bodensee gut 31 Franken pro Kopf. Bei Annahme von trockener Witterung und 35'000 Teilnehmenden ergibt dies eine Wertschöpfung von gut einer Million Franken durch die Veranstaltung. Der Grossteil davon entfällt auf Vereine, Gastronomie oder regionales Gewerbe, die das Verpflegungs- und Unterhaltungsangebot entlang der Strecke bereitstellen.  

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Für welche Kosten muss der Trägerverein für eine Durchführung aufkommen?

Für die Durchführung im laufenden Jahr werden Kosten von Fr. 131'000.– erwartet. Diese teilen sich auf in direkte Veranstaltungskosten (Bereitstellung der Strecke, Sicherheit, Rahmenprogramm etc.) von Fr. 40'000.–, Personalaufwand für die Organisation (Geschäftsstelle) von Fr.  84'000.– sowie weitere Kosten (Kommunikation, Verwaltungsaufwand etc.) von Fr. 7'000.–.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Was sind die Gründe für die aktuellen finanziellen Probleme des Trägervereins?

Der Trägerverein muss die Veranstaltung kostendeckend durchführen, um sich nicht zu überschulden. Aufgrund zu erwartender Schwankungen infolge Sponsorings, Wetter etc. wird hierfür in guten Jahren Eigenkapital aufgebaut und in schlechten abgetragen.
Bisher ist es in der Regel gelungen, die Aufwände des Trägervereins vor allem durch Erträge aus nationalem und regionalem Sponsoring sowie mittels Eigenkapital zu decken. Seit 2023 sind die Sponsoringerträge jedoch so stark rückläufig, dass dies nicht mehr möglich ist.
Eine Kompensation der bisherigen Erträge mittels Akquisition von neuen nationalen oder regionalen Sponsoren gelingt trotz hohem Einsatz der nationalen Trägerschaft und der regionalen Geschäftsstelle nicht. Das Interesse am Anlass ist derzeit nicht im notwendigen Ausmass vorhanden.
Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der Sponsoringerträge in den letzten drei sowie dem aktuellen Jahr:

Grafik

Erschwerend kommt hinzu, dass die für das laufende Jahr bisher erhaltenen Leistungen des Kantons Thurgau gestrichen oder neu vollständig verrechnet werden sollen.
Während 2023 ein Verlust von Fr. 26'500.– noch aus Eigenkapital getragen werden konnte, mussten die Mitgliedsgemeinden 2024 ein weiteres Defizit von Fr. 19'000.– auffangen, damit der Trägerverein sich nicht überschuldete. Mit allen genannten und derzeit bekannten Effekten muss für 2025 (und vermutlich auch für die Folgejahre) von einer Finanzierungslücke von ca. Fr. 50'000.– ausgegangen werden.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Können kostenseitig Massnahmen ergriffen werden?

Dieses Potential ist nach den Massnahmen, die seit 2024 zur Kostensenkung umgesetzt werden, nurmehr gering. Zu den getroffenen Massnahmen zählen:

  • Senkung der direkten Veranstaltungskosten durch Verzicht auf Teile des Rahmenprogramms und auf Kommunikationsmassnahmen;
  • Senkung des Aufwands der Geschäftsstelle durch Beschränkung auf das Wesentliche, Steigerung der Effizienz und Nutzung von Synergien;
  • Freiwillige Zuwendungen mit dem Verkauf der slowUp-Vignette fördern;
  • Erhebung von Teilnahmebeiträgen von Festwirtschaften und Standbetreibern zu Gunsten des Trägervereins.

Mit den getroffenen Massnahmen hätte der slowUp im laufenden Jahr eigentlich wieder kostendeckend durchgeführt werden können, wären nicht die genannten, für die Veranstaltung negativen Entwicklungen absehbar geworden.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Gäbe es andere Möglichkeiten, die Veranstaltung zu finanzieren?

Die Möglichkeiten, eine Veranstaltung wie den slowUp zu finanzieren, sind begrenzt und umfassen im Wesentlichen:

  • Öffentliche Finanzierung: Der slowUp Bodensee erhält einen Beitrag aus dem Sportfonds des Kantons Thurgau. Der Kanton St. Gallen beteiligt sich nicht, obwohl der slowUp Bodensee auch durch drei St. Galler Gemeinden führt. Weitere Beiträge des Kantons Thurgau (Wirtschaftsförderung, Tiefbauamt) sollen – wie erwähnt – gestrichen werden. Sei-tens der Kantone ist die Zurückhaltung derzeit deutlich spürbar.
    Die Mitgliedsgemeinden beteiligten sich 2024 einmalig mit dem Auffangen des Defizits. Derzeit läuft die Anfrage an die Mitgliedsgemeinden, wie sie sich zu jährlichen Beiträgen an den Trägerverein nach einem Verteilschlüssel nach Einwohner stellen.
  • Sponsoring: Die Sicherstellung von Sponsoringerträgen im notwendigen resp. im Umfang von früheren Jahren ist mit dem aktuellen Format der Veranstaltung herausfordernd und voraussichtlich nicht realistisch.
  • Teilnahmebeiträge von Festwirtschaften und Standbetreibern: Das Volumen, das mit Teilnahmebeiträgen auf Ebene des Trägervereins erhoben werden kann, ist tief. Oft werden Festwirtschaften, Stände etc. in den Gemeinden von Vereinen betrieben. Teilnahmebeiträge in der nötigen Höhe würden diese vermutlich von der Beteiligung abhalten und werden deshalb von den Gemeinden abgelehnt. Trotzdem werden die teilnehmenden Akteure den slowUp in diesem Jahr mit einem – aus Sicht des Vorstands des Trägervereins angemessenen – Teilnahmebeitrag zu Gunsten des Trägervereins mittragen müssen.
  • Freiwillige Zuwendungen: Für Teilnehmer, die den slowUp mit einem freiwilligen Teilnahmebeitrag unterstützen möchten, gibt es seit 2024 die slowUp-Vignette. Diese wird für Fr. 5.– verkauft. Im laufenden Jahr werden mit der Vignette am slowUp-Tag voraussichtlich auch zusätzliche Leistungen (Rabatte etc.) bezogen werden können. Derzeit läuft auch ein Crowdfunding, mit dem die Vignette bereits jetzt gekauft werden kann.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Welche Möglichkeit ist am aussichtsreichsten?

Am aussichtsreichsten scheint derzeit eine Kombination mit neuen Erträgen aus Teilnahmebeiträgen der Akteure, der slowUp-Vignette sowie einem jährlichen Beitrag der Mitgliedsgemeinden.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Wird der slowUp im laufenden Jahr stattfinden?

Die kommende Ausführung des slowUp am 31. August 2025 soll aus heutiger Sicht stattfinden. Der Trägerverein und Thurgau Tourismus als Geschäftsstelle werden sich nach Kräften dafür einsetzen, dass diese Ausführung – auch wenn es die letzte sein sollte – im gewohnten Rahmen stattfinden kann.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Wer entscheidet, wie es mit dem slowUp weitergeht?

Am 12. Juni 2025 wird der Trägerverein an der Generalversammlung entscheiden müssen, ob die Durchführung im Folgejahr dem Organisationkomitee und der Geschäftsstelle in Auftrag gegeben wird. Als Grundlage für die Entscheidung werden die Antworten der Mitgliedsgemeinden betreffend jährliche Unterstützung, der Verlauf des Crowdfundings als Indikator für die Wichtigkeit der Veranstaltung in der Bevölkerung sowie die Reaktion von Festwirtschaften, Standbetreiber etc. auf die Teilnahmegebühren herangezogen.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.

Kontakt:
Medienstelle slowUp Bodensee Schweiz
c/o Thurgau Tourismus, Friedrichshafnerstrasse 55a, 8590 Romanshorn
Rolf Müller, OK-Präsident, rolf.mueller@thurgau-bodensee.ch
Tel. 071 531 01 32, Mob. 079 435 12 06