Seit 2002 gibt es den slowUp Bodensee. Jeweils am letzten Sonntag im August wird die über 40 Kilometer lange Strecke am Bodensee für den motorisierten Verkehr gesperrt. Von 10 bis 17 Uhr geniessen Velofahrer und Inline-Skater die autofreie Route durch St. Galler Gemeinden und den Oberthurgau. Entlang der Strecke gibt es Festwirtschaften, kulturelle Attraktionen und Unterhaltung. Bei trockenem Wetter nutzen bis zu 40'000 Teilnehmende die Hauptstrassen einen Tag lang unmotorisiert. Der slowUp fördert Bewegung, Gesundheit, nachhaltigen Tourismus und regionale Kulinarik.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2025 von Thurgau Tourismus.
Der slowUp Bodensee ist Teil einer nationalen Veranstaltungsreihe, die von Gesundheitsförderung Schweiz, SchweizMobil und Schweiz Tourismus getragen wird. Es finden jedes Jahr knapp 20 slowUp-Veranstaltungen in der ganzen Schweiz statt.
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Der slowUp Bodensee ist als Verein organisiert. Die Mitglieder sind die zehn Städte und Gemein-den, durch die der slowUp-Rundkurs führt, sowie Fachstellen der Kantone Thurgau und St. Gallen und die Regionalbahn Thurbo als Vertreterin des öffentlichen Verkehrs.
Zu den Aufgaben des Trägervereins zählen die übergeordnete Organisation des slowUp (regionale Ebene), die Bereitstellung der Strecke, die Koordination aller beteiligten Akteure, Kommunikation und Medienarbeit sowie weitere Aufgaben. Diese Aufgaben werden von der Geschäftsstelle, für die derzeit Thurgau Tourismus mandatiert ist, wahrgenommen.
Jede Gemeinde stellt zudem ein lokales Organisationskomitee. Dessen Aufgabe ist im Wesentlichen die Organisation der lokalen Festplätze. Weiter unterstützen die Gemeinden die Veranstaltung bei der Logistik, der Streckensicherung und bei der Verkehrsregelung.
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Gemäss einer aktuellen Erhebung der Polyquest AG, Bern, betragen die Gesamtausgaben bei einer Teilnahme am slowUp Bodensee gut 31 Franken pro Kopf. Bei Annahme von trockener Witterung und 35'000 Teilnehmenden ergibt dies eine Wertschöpfung von gut einer Million Franken durch die Veranstaltung. Der Grossteil davon entfällt auf Vereine, Gastronomie oder regionales Gewerbe, die das Verpflegungs- und Unterhaltungsangebot entlang der Strecke bereitstellen.
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Für die Durchführung im laufenden Jahr werden Kosten von Fr. 131'000.– erwartet. Diese teilen sich auf in direkte Veranstaltungskosten (Bereitstellung der Strecke, Sicherheit, Rahmenprogramm etc.) von Fr. 40'000.–, Personalaufwand für die Organisation (Geschäftsstelle) von Fr. 84'000.– sowie weitere Kosten (Kommunikation, Verwaltungsaufwand etc.) von Fr. 7'000.–.
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Der Trägerverein muss die Veranstaltung kostendeckend durchführen, um sich nicht zu überschulden. Aufgrund zu erwartender Schwankungen infolge Sponsorings, Wetter etc. wird hierfür in guten Jahren Eigenkapital aufgebaut und in schlechten abgetragen.
Bisher ist es in der Regel gelungen, die Aufwände des Trägervereins vor allem durch Erträge aus nationalem und regionalem Sponsoring sowie mittels Eigenkapital zu decken. Seit 2023 sind die Sponsoringerträge jedoch so stark rückläufig, dass dies nicht mehr möglich ist.
Eine Kompensation der bisherigen Erträge mittels Akquisition von neuen nationalen oder regionalen Sponsoren gelingt trotz hohem Einsatz der nationalen Trägerschaft und der regionalen Geschäftsstelle nicht. Das Interesse am Anlass ist derzeit nicht im notwendigen Ausmass vorhanden.
Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der Sponsoringerträge in den letzten drei sowie dem aktuellen Jahr:
Erschwerend kommt hinzu, dass die für das laufende Jahr bisher erhaltenen Leistungen des Kantons Thurgau gestrichen oder neu vollständig verrechnet werden sollen.
Während 2023 ein Verlust von Fr. 26'500.– noch aus Eigenkapital getragen werden konnte, mussten die Mitgliedsgemeinden 2024 ein weiteres Defizit von Fr. 19'000.– auffangen, damit der Trägerverein sich nicht überschuldete. Mit allen genannten und derzeit bekannten Effekten muss für 2025 (und vermutlich auch für die Folgejahre) von einer Finanzierungslücke von ca. Fr. 50'000.– ausgegangen werden.
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Dieses Potential ist nach den Massnahmen, die seit 2024 zur Kostensenkung umgesetzt werden, nurmehr gering. Zu den getroffenen Massnahmen zählen:
- Senkung der direkten Veranstaltungskosten durch Verzicht auf Teile des Rahmenprogramms und auf Kommunikationsmassnahmen;
- Senkung des Aufwands der Geschäftsstelle durch Beschränkung auf das Wesentliche, Steigerung der Effizienz und Nutzung von Synergien;
- Freiwillige Zuwendungen mit dem Verkauf der slowUp-Vignette fördern;
- Erhebung von Teilnahmebeiträgen von Festwirtschaften und Standbetreibern zu Gunsten des Trägervereins.
Mit den getroffenen Massnahmen hätte der slowUp im laufenden Jahr eigentlich wieder kostendeckend durchgeführt werden können, wären nicht die genannten, für die Veranstaltung negativen Entwicklungen absehbar geworden.
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Die Möglichkeiten, eine Veranstaltung wie den slowUp zu finanzieren, sind begrenzt und umfassen im Wesentlichen:
- Öffentliche Finanzierung: Der slowUp Bodensee erhält einen Beitrag aus dem Sportfonds des Kantons Thurgau. Der Kanton St. Gallen beteiligt sich nicht, obwohl der slowUp Bodensee auch durch drei St. Galler Gemeinden führt. Weitere Beiträge des Kantons Thurgau (Wirtschaftsförderung, Tiefbauamt) sollen – wie erwähnt – gestrichen werden. Sei-tens der Kantone ist die Zurückhaltung derzeit deutlich spürbar.
Die Mitgliedsgemeinden beteiligten sich 2024 einmalig mit dem Auffangen des Defizits. Derzeit läuft die Anfrage an die Mitgliedsgemeinden, wie sie sich zu jährlichen Beiträgen an den Trägerverein nach einem Verteilschlüssel nach Einwohner stellen. - Sponsoring: Die Sicherstellung von Sponsoringerträgen im notwendigen resp. im Umfang von früheren Jahren ist mit dem aktuellen Format der Veranstaltung herausfordernd und voraussichtlich nicht realistisch.
- Teilnahmebeiträge von Festwirtschaften und Standbetreibern: Das Volumen, das mit Teilnahmebeiträgen auf Ebene des Trägervereins erhoben werden kann, ist tief. Oft werden Festwirtschaften, Stände etc. in den Gemeinden von Vereinen betrieben. Teilnahmebeiträge in der nötigen Höhe würden diese vermutlich von der Beteiligung abhalten und werden deshalb von den Gemeinden abgelehnt. Trotzdem werden die teilnehmenden Akteure den slowUp in diesem Jahr mit einem – aus Sicht des Vorstands des Trägervereins angemessenen – Teilnahmebeitrag zu Gunsten des Trägervereins mittragen müssen.
- Freiwillige Zuwendungen: Für Teilnehmer, die den slowUp mit einem freiwilligen Teilnahmebeitrag unterstützen möchten, gibt es seit 2024 die slowUp-Vignette. Diese wird für Fr. 5.– verkauft. Im laufenden Jahr werden mit der Vignette am slowUp-Tag voraussichtlich auch zusätzliche Leistungen (Rabatte etc.) bezogen werden können. Derzeit läuft auch ein Crowdfunding, mit dem die Vignette bereits jetzt gekauft werden kann.
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Am aussichtsreichsten scheint derzeit eine Kombination mit neuen Erträgen aus Teilnahmebeiträgen der Akteure, der slowUp-Vignette sowie einem jährlichen Beitrag der Mitgliedsgemeinden.
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Die kommende Ausführung des slowUp am 31. August 2025 soll aus heutiger Sicht stattfinden. Der Trägerverein und Thurgau Tourismus als Geschäftsstelle werden sich nach Kräften dafür einsetzen, dass diese Ausführung – auch wenn es die letzte sein sollte – im gewohnten Rahmen stattfinden kann.
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Am 12. Juni 2025 wird der Trägerverein an der Generalversammlung entscheiden müssen, ob die Durchführung im Folgejahr dem Organisationkomitee und der Geschäftsstelle in Auftrag gegeben wird. Als Grundlage für die Entscheidung werden die Antworten der Mitgliedsgemeinden betreffend jährliche Unterstützung, der Verlauf des Crowdfundings als Indikator für die Wichtigkeit der Veranstaltung in der Bevölkerung sowie die Reaktion von Festwirtschaften, Standbetreiber etc. auf die Teilnahmegebühren herangezogen.
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